Geschichtliches

Seit 160 Jahren werden in ‘Bernrain’ Kinder und Jugendliche betreut. Der Gründer der damaligen Landwirtschaftlichen Armenanstalt war der vom Gedankengut Pestalozzis geprägte erste thurgauische Seminardirektor, Jakob Wehrli. In der Zwischenzeit passierten sehr viele Veränderungen. Das Ziel, verwahrloste und orientierungslose Jugendliche und Kinder mit wohlwollender Erziehung auf ein selbständiges Leben vorzubereiten, ist heute noch ein zentraler Orientierungspunkt.

Seit 1988 ist die Schule Bernrain eine Externats/Internats-Schule für verhaltensauffällige und lernblockierte Knaben und Mädchen. Einweisende Instanz ist das Amt für Volksschule oder ausserkantonale Instanzen und Schulen. Maximal stehen 35 Plätze für Schüler und Schülerinnen aller Klassenstufen zur Verfügung, die zum Teil auch ganz oder teilweise extern den Unterricht besuchen.

Der Unterricht in den Klassen basiert auf den Kriterien der Bedeutsamkeit, Lebensnähe, Anschaulichkeit und Handlungsorientierung sowie einem animierenden und angstfreien Klima. Wesentliche Elemente sind Vermittlungsvielfalt, forschend-entdeckendes Lernen, Selbständigkeit, Problemlösung und metakognitive Reflexion der Lern- und Arbeitsprozesse. Die Ergebnisse des Entwicklungs- und Förderprozesses fliessen ein in regelmässige Situationsanalysen und Standortgespräche.

Das Ziel ist entweder Reintegration in die Regelschule oder ein qualifizierter Schulabschluss, gegebenenfalls auch die Sicherstellung weiterführender Massnahmen. Neben dem Unterricht in den Klassen, Fördergruppen, Sport, Werkunterricht und Projekte gibt es zusätzliche pädagogische Angebote in Bernrain.

Die Essenz des pädagogischen Handelns in Bernrain ist im systemischen, ressourcen- und lösungsorientierten Modell nach Shazer u.a. verankert. Wir versuchen vor diesem theoretischen Hintergrund, und nicht nur im Konfliktfall, neben der wertungsfreien Wahrnehmung von komplexen Zusammenhängen vor allem „Lösungen“ zu konstruieren statt Probleme zu analysieren. (Bamberger, 1999, S.2)