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1843 gründet die Gemeinnützige Gesellschaft des Kantons Thurgau hoch über dem Bodensee in Emmishofen, das heute zu Kreuzlingen gehört, die «Landwirtschaftliche Armenschule zu Bernrain». Johann Jakob Wehrli (1790–1855), Direktor des Lehrerseminars in Kreuzlingen, ist massgebend an der Gründung beteiligt. Diese entwickelte sich im Laufe der vergangenen Jahre zu unserer heutigen Schule «Bernrain».

In der Zwischenzeit hat sich vieles verändert. Seit 1988 ist die Schule Bernrain eine Externats- und Internats-Schule für Knaben und Mädchen. Einweisende Instanzen sind das Amt für Volksschule oder ausserkantonale Behörden. Maximal stehen 41 Plätze für Schüler und Schülerinnen aller Klassenstufen zur Verfügung.

Das Ziel, Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen Lernwegen, die individuell begleitet werden, in ihrer persönlichen Entwicklung, Selbstständigkeit und Selbstwahrnehmung zu stärken und sie auf ein möglichst selbstständiges Leben vorzubereiten, ist auch heute noch ein zentraler Orientierungspunkt.

Das vorrangige Ziel ist die Reintegration in die Regelschule. Ist dies nicht möglich, wird ein qualifizierter Schulabschluss angestrebt sowie die Vorbereitung auf eine Anschlusslösung, beispielsweise den Übertritt in eine weiterführende Schule oder die Eingliederung in den ersten oder zweiten Arbeitsmarkt. Gegebenenfalls werden dafür auch weiterführende Massnahmen sichergestellt.

Der Unterricht in den Klassen basiert auf den Kriterien der Bedeutsamkeit, Lebensnähe, Anschaulichkeit und Handlungsorientierung und findet in einem unterstützenden, wertschätzenden Lernklima statt. Dabei orientieren wir uns an den Kompetenzen des Lehrplans 21 und fördern die Schülerinnen und Schüler in ihrer fachlichen, persönlichen und sozialen Entwicklung. Wesentliche Elemente sind Vermittlungsvielfalt, forschend-entdeckendes Lernen, Selbständigkeit, Problemlösung und metakognitive Reflexion der Lern- und Arbeitsprozesse. Die Ergebnisse des Entwicklungs- und Förderprozesses fliessen in regelmässige Situationsanalysen und Standortgespräche ein.

Unser pädagogisches Handeln orientiert sich an systemischen, ressourcen- und lösungsorientierten Ansätzen und verbindet diese mit modernen pädagogischen Perspektiven wie Partizipation, Lebensweltorientierung und der Haltung der Neuen Autorität. Auf dieser Grundlage versuchen wir – nicht nur in Konfliktsituationen – komplexe Zusammenhänge wertungsfrei wahrzunehmen, die vorhandenen Ressourcen der Schülerinnen und Schüler zu stärken und gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln, statt den Fokus vor allem auf Probleme zu richten. Dabei stehen Beziehung, Präsenz, Kooperation und eine respektvolle, klare Haltung im Mittelpunkt.

 

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